Ich finde: Wir hatten im Pitch letztes Jahr die bessere Kampagne. Ich gestehe: aber nicht die besseren Headlines. Ein aktuelles Plakatmotiv von Price Waterhouse Coopers, gesehen auf dem Flughafen in Frankfurt. Agentur ist Scholz & Friends, Berlin Hamburg.

Wir schreiben das Jahr 2007. Und die Mobilfunkmarke Base wandelt auf den Spuren der Bekleidungsmarke Benetton anno 1987. Oder sollte hier doch eher dem unlängst zum Worst-Duet-Ever gewählten “Ebony and Ivory” von 1982 eine visuelle Referenz erwiesen werden? Am naheliegendsten erscheint noch die Bewerbung einer neuen Roaming-Flat oder die Expansion auf den eritreischen Markt. Allerdings gibt die Unternehmens-Website dazu nichts her. Trotzdem natürlich eine äußerst angenehme Plakatgestaltung, wenn eben auch ungefähr so aussagekräftig (und relevant) wie Staudurchsagen im Radio.

Und das schon, bevor der Tag überhaupt richtig angefangen hat. Creativity unleashed in der U-Bahn-Station Eschenheimer Tor.

Machen wir uns nichts vor: Viel mehr als eine Auris- oder evonik-Kampagne und unendlich viel mehr als Award-Ideen prägen deutlich niedrigere Werbeformen die Wahrnehmung der Konsumenten – und als Rückkopplungseffekt wiederum die Erwartungshaltung an die Ausdrucksformen von Werbung. Klingt kompliziert? Dann einfach so rum: Was würde wohl zum Beispiel ein Kleinunternehmer, eine Hausfrau oder ein Berufsanfänger schreiben, wenn man ihn bäte, einen Slogan oder eine Headline für einen Elektrofachbetrieb oder einen städtischen Entsorgungsbetrieb zu konzipieren? Genau. Siehe oben.