Archiv für die Kategorie 'Im O-Ton'




Werbeholdings, digg this

Alle drei [Google, Whole Foods, Goretex, Anm. von mir] verbindet, dass ihre eigenen Angestellten an erster Stelle stehen – und nicht ihre Kunden oder Aktionäre. Die folgen erst an zweiter und dritter Stelle. Das heißt nicht, dass sie sich nicht um ihre Aktionäre kümmern. Aber Aktionäre schaffen keine Werte. Es wäre dumm, alles Handeln an deren Interessen auszurichten. Die Fähigkeit, Werte zu schaffen, hängt davon ab, ob man seine Mitarbeiter inspirieren kann, und das gelingt diesen Unternehmen auf sehr unterschiedliche Weise, aber überall durch große Freiheiten und flache Hierarchien.

Gary Hamel über Unternehmensführung im Manager Magazin 5/08



Danke, John

Wir überstrapazieren dieses Wort “Originalität”. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal eine wirklich neue, eine originäre Idee gesehen habe. Ich bevorzuge das Wort “frisch”, wie in “eine frische Interpretation”. Gesehen habe ich alles schon einmal. Dass ich mir eine Strategie ansehe und sage, oh, das ist absolut neu, kommt nicht vor. Was ich aber oft zu sehen bekomme, ist ein “Wiederbeleben eines Gedankens”, ein “Wiederbeleben von Ideen”. Und das ist völlig in Ordnung.

Sir John Hegarty, Lürzer’s Archiv 01/2008



Werbung als Wahl

Direktmarketing kann nicht verführen, weil der Selektionsspielraum zu eng ist. Die Werbeabsicht ist zu offensichtlich und damit nicht mehr ausreichend anschlussfähig. Wir haben nicht mehr das Gefühl, selbst gewählt zu haben und wählen deshalb das Kommunikationsangebot ganz ab. Wir wollen Wahlfreiheit und wir nutzen sie.
Werbung war zu jener Zeit am wirkungsvollsten, als sie sich noch an die breite Masse wandte – als sie kulturelle Sinnangebote machte, die Menschen in der Gesellschaft miteinander verbanden.
Als Werbung zielgruppenspezifisch wurde, nahm man sie zunehmend als aufdringlich und lästig wahr. Man wollte ihr aus dem Weg gehen, zappte weg. Sobald eine Kommunikationsofferte als Akquise entlarvt wird, werden schwerste Abwehrgeschütze aufgefahren.

Klaas Kramer in Fischer’s Archiv 12/07 und im Netz



Entscheider

Die Entscheidung für oder gegen eine Kampagne treffen ungefähr 15 Leute, die weder für den Kunden noch für die Agentur arbeiten, sondern die man eines schönen Nachmittags in einer Fußgängerzone herumirrend fand, und die, als sich Ihnen Leute mit Klemmbrettern nähern, nicht genug Vernunft besaßen, in die entgegengesetzte Richtung zu gehen, sondern sich stattdessen in weniger als einer Minute haben überreden lassen, einer Ihnen völlig unbekannten Person einen langen Gang entlang in einen dunklen Raum zu folgen, nachdem man Ihnen ein Schälchen voll Knabberzeugs und vielleicht noch ein paar Euro Benzingeld verprochen hat.

Mark Fenske, mal wieder