Wenn Redewendungen einen Totalschaden erleiden

Toyota im Lammfell Liebe Toyotas, wenn ihr schon mit nebenstehendem Sujet einen der abgegriffensten Topoi der Automobilwerbung bedient – wie um Himmels Willen kann man dann aus einem Schafspelz ein Lammfell machen? Oder meintet ihr am Ende vielmehr einen: Hengst im Schlafrock?



15 Kommentare dazu:


  1. Was issn ein Topoi?

    meint wenig gebildeter Mensch am 05.02.2007 um 12:02 via Kommentar


  2. Plural von Topos. Verkürzt gesagt: “das literarische Motiv”.

    meint Verführer am 05.02.2007 um 13:20 via Kommentar


  3. Ein Topos (Plural Topoi) ist ein “Gemeinplatz”, d.h. etwas, das allgemein anerkannt ist und worüber man gemeinhin nicht diskutieren muss. Der Junior-Spießer-Alfons hier betreibt mit dem Wort Latinumhuberei und benutzt den Begriff außerdem nicht ganz richtig, nämlich in Richtung “Klischee”.
    Brauchst Du noch ein Beispiel für “Klischee”? Dann nimm dieses Artikelchen. Da steckt z.B. das Klischee dahinter, dass Menschen alles, was sie nicht verstehen doof finden. Oder jenes, dass für Werber alles “igitt, igitt”, “oh Gott, oh Gott” oder “um Himmels Willen” ist, was sie nicht selbst erdacht haben. Ich hoffe ich konnte Dir helfen.

    meint Gunther Brodhecker am 05.02.2007 um 13:31 via Kommentar


  4. Danke für eure Ausführungen zu “Topoi”. Die Kritik an der Kritik des Verführers teile ich allerdings nicht. Über die Anzeige habe ich mich auch schon gewundert und den Witz, wenn denn einer im Lammfell steckt, nicht verstanden.

    meint wenig gebildeter Mensch am 06.02.2007 um 12:32 via Kommentar


  5. Lieber Gunther Brodhecker, wo wir schon mal bei den Feinheiten der Sprache sind: Latinumhuberei ist es bestimmt nicht, die ich betreibe, wenn schon Graecumhuberei. Aber das auseinanderzuhalten ist für manche sicherlich so schwierig, wie eine Redewendung passender- oder unpassenderweise zu verfremden. Davon abgesehen hier für Dich und alle anderen, die nicht auf den Wikipedia-Link in meiner Erläuterung klicken mögen, ein Auszug mit einigen der zahlreichen Bedeutungsdefinitionen von Topos:

    In der Literaturwissenschaft ist ein ‘Topos’ auch ein bezeichnender Einzelzug, z. B. der Topos der ‘bösen Stiefmutter’ [...] (vgl. Motiv (Literatur)).

    In den Geistes- und Kulturwissenschaften wird der Begriff Topos sowohl für Kategorien, als auch für (Vorstellungs-)Bilder verwendet. Beispielsweise stellt die Kategorie ‘Definition’ einen Topos dar. Wie andere griechische Begriffe (etwa Mythos) hat der Begriff Topos heute, im Gegensatz zur nüchternen antiken Bedeutung, einen melodramatischen Beigeschmack: Man spricht vom ‘Topos der Gottesstrafe’ oder vom ‘Topos der Musikstadt Wien’ und sieht darin eine Art wachgerufene kollektive Erinnerung.

    Das ist im vorliegenden Fall natürlich der Topos des Fahrzeugs, dessen Leistungsstärke nach außen nicht sichtbar ist. Andererseits sollte man es tatsächlich vielleicht gar nicht so intellektualisieren: Denn Lieschen Müller weiß sicherlich auf ihre ganz einfache Art und Weise, dass der Schafspelz zum Wolf gehört wie das Lammfell auf den Fahrersitz. Offen bleibt jedoch weiterhin eine schlichte Antwort auf die von mir im Eintrag gestellte Frage nach dem Warum.

    meint Verführer am 06.02.2007 um 12:41 via Kommentar


  6. Und warum wurde der Zusatz in Klammern gesetzt? Ich versteh das auch nicht. Alles doof ;-)

    meint ramses101 am 06.02.2007 um 12:45 via Kommentar


  7. Das wiederum (insbesondere unter Einbezug der vorhergehenden Animation) gehört eher in die Grafikabteilung, die auf die wissenschaftliche Darstellung von Tierbezeichnungen bzw. -kategorien auf Karteikarten oder in Museen abstellt. Denn das Banner in Gänze bedient sich en passant auch noch einer anderen Idee: dem allseits bekannten Fuß-/Fahrspurenspot “Eskimo” von Audi.
    Hhm, eigentlich ist das Ding damit aber schon wieder total Werbung 2.0: nämlich ein Mashup ;-) Allerdings eins, bei dem der Quirl nicht rechtzeitig ausgeschaltet wurde. Sorry, bin heute schlecht drauf, neige zum Überreagieren.

    meint Verführer am 06.02.2007 um 13:01 via Kommentar


  8. So nach dem Motto “Canis Lupus (Lupus)”? Da wäre ich ja nie drauf gekommen. Ich war jetzt eher in der Richtung “Dorade (im Salzmantel)” unterwegs.

    meint ramses101 am 06.02.2007 um 13:16 via Kommentar


  9. [...] Mit Dank an den Kollegen vom Werbewunderland, der darauf aufmerksam machte. [...]

    meint Werbewahn - Wahnsinn aus der Welt der Werbung » Wolf im Lammfell am 06.02.2007 um 14:32 via Pingback


  10. Wie ich der hitzigen Diskussion entnehme, geht es also um lammfellbezogene Sitze. Bin also schon wieder schlauer geworden. Habe gedacht, auf dem unteren Bild wäre Schotter, Teer und undefinierbares Geschmier zu sehen statt ein Autositz. Trotzdem doof. Und überhaupt: Wer will denn Sitze mit Lammfell, außer Leute, die wo meine Oma sind?

    meint wenig gebildeter Mensch am 06.02.2007 um 15:06 via Kommentar


  11. Schlage statt der Dorade eine Lammkeule im Salzmantel (vor)

    meint Koch Kaunda am 06.02.2007 um 15:12 via Kommentar


  12. Wenn ich das hier lese, hab ich das Gefühl, in einer Zeitschleife zu hängen.
    Gibt´s vielleicht ein neues Thema?

    Bütte, Bütte, Bütte.

    meint Yaaaaaawwwwn am 06.02.2007 um 16:13 via Kommentar


  13. Wieso in einer Zeitschleife? Wieso in einer Zeitschleife? Wieso in einer Zeitschleife? Wieso in einer Zeitschleife? Wieso in einer Zeitschleife? Wieso in einer Zeitschleife? Wieso in einer Zeitschleife? Wieso in einer Zeitschleife? Wieso in einer Zeitschleife?

    meint Heinz am 07.02.2007 um 09:44 via Kommentar


  14. Leute, die “Bütte” statt “Bitte” sagen finde ich mindestens so doof wie Leute, die “Lammfell” statt “Schafspelz” texten.

    meint Büttenredner am 07.02.2007 um 10:57 via Kommentar


  15. Quitquidagisprudenteragasetrespicefinem…was auch immer du schreibst, schreibe es klug und bedenke das Ende.
    Wer von euch dilettantischen Pseudotextern weiss denn hier überhaupt noch irgendetwas vom Graecumlatinum– das weiss allein nur einer!
    Dilettanten! Mongoloide seid ihr, die ihr Euch des Textes mächtig glaubt.
    Schweigen, würd ich an euer Stelle. Schweigen und vielleicht noch betreten die Wand anstarren. Ob solch einer Kleinkrämerei. Wie bedauerlich ihr da steht !! Topos Topoi –
    das hat er wohl studiert, was? Hinterwäldler!

    meint Analphabetha am 09.02.2007 um 00:21 via Kommentar



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